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[ Straßenbahnchronik ab 1865 ]  [ Straßenbahn in Westberlin 1954-1967 ]  [ Bus Chronik ]

 nachfolgende Ausführungen stammen zum größten Teil von wikipedia und beruhen auf der "Standardliteratur" zum Thema:
 Inhaltsverzeichnis
 1.  Vom Pferdeomnibus zur elektrischen Straßenbahn
 2.  Unternehmensvielfalt bis zur Gründung der BVG
 3.  Die Straßenbahn seit 1945
 4.  West Berlin
 5.  Ost Berlin
 6.  Die Straßenbahn nach der Wiedervereinigung
 7.  Zukunft
 8.  Zahlenspiegel der BVG
 Vom Pferdeomnibus zur elektrischen Straßenbahn 

Der Öffentliche Personennahverkehr Berlins ist der älteste in Deutschland. Bereits im Jahr 1847 wurde die erste Berliner Nahverkehrslinie eröffnet: Die Concessionierte Berliner Omnibus Compagnie betrieb ab dem 1. Januar des Jahres die erste Pferdeomnibuslinie der Stadt. Zahlreiche weitere Unternehmen drängten in den wachsenden Markt, 1864 gab es bereits 36 Omnibusbetriebe in Berlin.

Im Folgejahr, am 28. August 1865, begann das Zeitalter der Straßenbahn in Deutschland. Die erste Pferdebahnlinie Berlins nahm den Betrieb auf, sie führte vom Kupfergraben an der heutigen Museumsinsel über die heutige Straße des 17. Juni nach Charlottenburg. Wie zuvor beim Pferdebus, so folgten auch hier viele weitere Unternehmer der neuen Entwicklung und bauten in allen Teilen des heutigen Stadtgebiets Pferdebahnstrecken. 1873 eröffnete eine Strecke vom Rosenthaler Platz zum Gesundbrunnen, Betreiberin war die neu gegründete Große Berliner Pferde-Eisenbahn, die später unter dem Namen Große Berliner Straßenbahn (GBS) zum dominierenden Verkehrsunternehmen Berlins werden sollte.

Am 16. Mai 1881 schrieb die Region Berlin erneut Verkehrsgeschichte. In der Gemeinde Groß-Lichterfelde, die erst 39 Jahre später ein Teil von Berlin-Steglitz wurde, eröffnete Werner von Siemens die erste elektrische Straßenbahn der Welt. Die Strecke diente zunächst nur als Versuchsanlage, Siemens bezeichnete sie als „von den Säulen und Trägern genommene Hochbahn“, denn sein eigentliches Ziel war der Bau eines elektrischen Hochbahnnetzes in Berlin. Um die zögernden politischen Entscheidungsträger von den Vorteilen des elektrischen Antriebs zu überzeugen, wählte Siemens die Kleinbahnstrecke in Lichterfelde als Demonstrationsobjekt. Die Bedenkenträger im Magistrat behielten trotzdem weiterhin die Oberhand, und Siemens konnte die erste Berliner Hochbahnstrecke erst 21 Jahre später in Betrieb nehmen (siehe Geschichte der Berliner U-Bahn).

Die elektrische Straßenbahn in Lichterfelde erhielt ihren Fahrstrom über die Gleise, sodass die Strecke aus Sicherheitsgründen eingezäunt werden musste. Die meterspurige Strecke verlief vom heutigen S-Bahnhof Lichterfelde-Ost zur Kadettenanstalt in der Finckensteinallee. Eine Fahrt kostete mehr als ein damaliger Durchschnittsstundenlohn. Die Strecke wurde am 15. Februar 1930 stillgelegt und durch eine Buslinie ersetzt.

Der elektrische Betrieb verlief zunächst noch nicht zufriedenstellend, und es blieb bei der einen Versuchsstrecke. Die Elektrifizierung der Pferdebahnstrecken begann wie in anderen Städten erst am Ende des Jahrhunderts. Am 1. Mai 1896 eröffnete die GBS die erste elektrische Strecke von der Innenstadt zum Gelände der Gewerbeausstellung in der Gemeinde Treptow. Der elektrische Betrieb lieferte diesmal bessere Ergebnisse, sodass in der Folge immer mehr Strecken elektrifiziert wurden, bis im Jahr 1902 fast alle Linien elektrisch betrieben wurden.

Ab dem 18. Dezember 1899 konnte man in Berlin aber bereits, trotz der Hindernisse bei der Planung der U-Bahn, unterirdisch Bahn fahren, sogar unter der Spree hindurch: Der zur Gewerbeausstellung 1896 schon gezeigte, 450 Meter lange Spreetunnel zwischen Treptow und Stralau wurde der Straßenbahn übergeben. Der Tunnel wies leider Baumängel auf und musste am 15. Februar 1932 stillgelegt werden; nachdem er im Krieg durch einen Bombentreffer schwer beschädigt und von Spreewasser geflutet wurde, wurde er nach 1945 zugeschüttet. Die Straßenbahn besaß außerdem einen zweiten Tunnel, den Lindentunnel, mit dem die Prachtstraße Unter den Linden unterirdisch gekreuzt werden konnte - Kaiser Wilhelm II. wollte den Boulevard nicht durch die Oberleitungen einer elektrischen Straßenbahn verunstaltet sehen.
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Ich versuche hier, die wechselvolle Geschichte der Berliner Strassenbahn etwas zu entwirren. Ein bisschen Farbe soll hier ebenfalls helfen, Licht ins Gewirr der Gesellschaften zu bringen:
Aus vielen einzelnen, kleinen Gesellschaften (z.B. "Berliner Pferde-Eisenbahn-Gesellschaft") wuchsen langsam grössere (hier "Berlin-Charlottenburger Strassenbahn"), die sich wiederum vereinigten bzw. kauften (hier durch die "Grosse Berliner Strassenbahn") oder kommunalisiert wurden (wie z.B. die "BESTAG"). Weiter ging es über die "Berliner Strassenbahn" bis zur heute noch existenten BVG.

 Unternehmensvielfalt bis zur Gründung der BVG

Die Unternehmensgeschichte der Berliner Straßenbahn ist äußerst kompliziert. Neben privaten Unternehmen, die durch Übernahmen, Fusionen und Konkurse häufig wechselten, besaßen die Städte Berlin, Spandau, Köpenick, Rixdorf, die Gemeinden Steglitz, Mariendorf, Britz, Niederschönhausen, Friedrichshagen, Heiligensee und Französisch Buchholz sowie der Kreis Teltow zumindest zeitweise eigene kommunale Straßenbahnbetriebe.

Die wichtigste private Betreiberin war die Große Berliner Pferde-Eisenbahn, die sich nach Beginn der Elektrifizierung Große Berliner Straßenbahn (GBS) nannte und nach und nach fast alle anderen Unternehmen aufkaufte. 1920 fusionierte die GBS mit den städtischen Unternehmen BESTAG und SSB zur Berliner Straßenbahn, die 1929 in die neu gegründete, städtische Berliner Verkehrs-AG (BVG) überführt wurde. Die BVG übernahm außer der Straßenbahn auch die Hoch- und Untergrundbahnen sowie die überwiegend von der Allgemeinen Berliner Omnibus-Actien-Gesellschaft (ABOAG) betriebenen Buslinien. Bis zur Gründung der BVG betrieben folgende Unternehmen Straßenbahnstrecken in Berlin (sortiert nach Eröffnungsjahr der ersten Strecke):
Berliner Pferde-Eisenbahn-Gesellschaft - Berlin-Charlottenburger Strassenbahn
11.05.1865 Gründung der "Berliner Pferde-Eisenbahn-Gesellschaft"
22.06.1865 Betriebsaufnahme
01.11.1871 "Westend-Terrain-Gesellschaft" nimmt Betrieb auf
1875 Übernahme der "Berliner Pferde-Eisenbahn-Gesellschaft" durch J. Lestmann & Co.
1878 Strecke der "Westend-Terrain-Gesellschaft" geht an "Berliner Pferde-Eisenbahn-Gesellschaft"
1890 Bild: Netz um 1890
26.09.1894 aus "Berliner Pferde-Eisenbahn-Gesellschaft" wird "Berlin-Charlottenburger Strassenbahn"
15.05.1919 Übernahme durch die "Grosse Berliner Strassenbahn"
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Westliche Berliner Vorortbahn
05.05.1886 Betriebsaufnahme auf der Strecke Zoo - Halensee durch "Davy, Donath & Co"
1888 "Berliner Dampfstrassenbahn-Konsortium" übernimmt den Betrieb
18.05.1888 "Wilmersdorf-Schmargendorfer Dampfstrassenbahn Reymer & Masch" eröffnet Nollendorfplatz - Schmargendorf
22.12.1888 "Berliner Dampfstrassenbahn-Konsortium" übernimmt "Wilmersdorf-Schmargendorfer Dampfstrassenbahn Reymer & Masch"
1896 Bild: Netz um 1896
25.06.1898 Gründung der "Westlichen Berliner Vorortbahn"
01.10.1898 "Westlichen Berliner Vorortbahn" übernimmt "Berliner Dampfstrassenbahn-Konsortium"
1911 Bild: Netz um 1911
15.05.1919 Übernahme durch die "Grosse Berliner Strassenbahn"
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Südliche Berliner Vorortbahn
04.07.1898 Gründung
01.07.1899 Betriebsaufnahme

1911

Bild: Netz um 1911
15.05.1919 Übernahme durch die "Grosse Berliner Strassenbahn"
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Nordöstliche Berliner Vorortbahn
21.10.1899 Betriebsaufnahme der Strassenbahn "Berlin - Hohenschönhausen"
10.12.1906 Übernahme durch die "Neue Berliner Strassenbahn Nordost"
03.05.1919 Übernahme durch die "Nordöstliche Berliner Vorortbahn"
15.05.1919 Übernahme durch die "Grosse Berliner Strassenbahn"
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Berliner Ostbahnen
1894 Gründung der "Gesellschaft zum Bau von Untergrundbahnen GmbH"
18.12.1899 Eröffnung der "Strassenbahn Schlesischer Bahnhof - Treptow"
15.08.1901 Eröffnung der "Strassenbahn Niederschöneweide - Cöpenick"
1901 Kauf der 1890 erbauten Güterbahn Oberschöneweide
22.06.1909 aus "Strassenbahn Schlesischer Bahnhof - Treptow" und "Strassenbahn Niederschöneweide - Cöpenick" werden die "Berliner Ostbahnen"
1913 Bild: Netz um 1913
08.09.1919 Zweckverband Gross-Berlin kauft "Berliner Ostbahnen"
01.05.1920 Übernahme durch die "Grosse Berliner Strassenbahn"
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Städtische Strassenbahn Cöpenick
18.10.1882 "Cöpenicker Pferde-Eisenbahn" nimmt Betrieb Bahnhof - Schlossplatz auf
11.08.1903 Aufnahme des elektrischen Betriebes, Umbenennung in "Städtische Strassenbahn Cöpenick"

1912

Bild: Netz um 1912
01.10.1920 Übernahme durch die "Grosse Berliner Strassenbahn"
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Friedrichshagener Strassenbahn
15.04.1891 Gründung der "Friedrichshagener Strassenbahn"
17.05.1891 Betriebsaufnahme zwischen Bahnhof und Restaurant Bellevue
1894 Gemeinde Friedrichshagen kauft die Bahn
1906 Stadt Cöpenick kauft die Bahn
16.12.1906 Aufnahme des elektrischen Betriebes durch die "Städtische Strassenbahn Cöpenick"
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Strassenbahn Heiligensee
29.05.1913 Betriebsaufnahme
01.10.1920 Übernahme durch die "Grosse Berliner Strassenbahn"
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Spandauer Strassenbahn
26.04.1892 Gründung der "Spandauer Strassenbahn"
05.06.1892 Betriebsaufnahme
1894 Übernahme durch die "Allgemeine Deutsche Kleinbahn-Gesellschaft"
18.03.1896 Aufnahme des elektrischen Betriebes
04.03.1899 Übernahme durch die "Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft AEG"
1906/1907 Umspurung von 1000mm auf 1435mm
01.07.1909 Kauf der "Spandauer Strassenbahn" von der Stadt Spandau

1909

Bild: Netz um 1909
08.12.1920 Übernahme durch die "Grosse Berliner Strassenbahn"
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Elektrische Strassenbahn Spandau - Nonnendamm
23.03.1908 "Siemens & Halske" nimmt Güterverkehr Spandau - Nonnendamm auf
30.09.1908 Personenverkehr aufgenommen
01.07.1909 eigene Gesellschaft gegründet: "Elektrische Strassenbahn Spandau - Nonnendamm GmbH"
01.10.1909 Stadt Spandau erwirbt alle Anteile an der Bahn
01.04.1910 "Spandauer Strassenbahn" übernimmt den Betrieb
01.10.1914 Nonnendamm-Bahn geht in "Spandauer Strassenbahn" auf
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Teltower Kreisbahnen (Schmalspur)
16.05.1881 erste elektrische Strassenbahn der Welt nimmt den Betrieb auf
1895 neuer Name: "Elektrische Strassenbahnen Gross-Lichterfelde - Lankwitz - Steglitz - Südende
1895 Bild: Netz um 1895
01.04.1906 Kreis Teltow kauft die Bahn
1914 Bild: Netz um 1914
16.04.1921 Übernahme durch die "Berliner Strassenbahn"
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Teltower Kreisbahnen (Normalspur)
1887 Gründung der "Dampfstrassenbahn Gross-Lichterfelde - Seehof - Teltow"
01.07.1888 Eröffnung der Strecke Gross-Lichterfelde - Teltow
01.04.1906 Kreis Teltow kauft die Bahn
30.03.1907 Aufnahme des elektrischen Betriebes
05.06.1909 Eröffnung Bahnhof Adlershof - Altglienicke
16.04.1921 Übernahme durch die "Berliner Strassenbahn"
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Strassenbahn der Gemeinde Steglitz
03.12.1905 Betriebsaufnahme
16.04.1921 Übernahme durch die "Berliner Strassenbahn"
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Berliner Verkehrs-GmbH
09.03.1912 Benzolbetrieb aufgenommen von der "Schmöckwitz-Grünauer Uferbahn"
Juli 1912 Aufnahme des elektrischen Betriebes
August 1924 Übernahme durch die "Berliner Verkehrs-GmbH"
01.03.1925 Übernahme durch die "Berliner Strassenbahn Betriebs-GmbH"
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Strassenbahn Warschauer Brücke - Lichtenberg
01.01.1910 Betriebsaufnahme
01.04.1928 Übernahme durch die "Berliner Strassenbahn Betriebs-GmbH"
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Kleinbahn Spandau - Hennigsdorf
08.01.1923 Inbetriebnahme Spandau West - Hennigsdorf, Rathenaustrasse
11.11.1929 Aufnahme des elektrischen Betriebes
23.07.1931 Verlängerung zum S-Bahnhof in Hennigsdorf
April 1945 Einstellung des Betriebes
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BESTAG (Berliner Elektrische Strassenbahn AG)
10.09.1895 Strassenbahn Gesundbrunnen - Pankow von "Siemens & Halske" eröffnet
15.04.1896 Strassenbahn Berlin - Treptow von "Siemens & Halske" eröffnet
01.07.1899 Gründung der "BESTAG"
22.07.1907 Vertrag mit Gemeinde Französisch-Buchholz über Elektrifizierung der seit 1904 bestehenden Pferdebahn
08.12.1907 elektrischer Betrieb in Französisch-Buchholz aufgenommen
1916 Bild: Netz um 1916
20.09.1919 Auflösung der AG, Umwandlung in einen Kommunalbetrieb
13.12.1920 "BESTAG" geht in der "Berliner Strassenbahn" auf
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Grosse Berliner Pferde-Eisenbahn - Grosse Berliner Strassenbahn
08.11.1871 "Grosse Berliner Pferde-Eisenbahn" gegründet
08.07.1873 Betriebsaufnahme
01.07.1879 Betriebsüberlassungsvertrag mit der 1872 gegründeten "Grossen Internationalen Pferde-Eisenbahn-Gesellschaft"
1882 Übernahme der 1881 gebauten Pferdebahn Tegeler Chaussee - Tegel
1886 Übernahme der "Grossen Internationalen Pferde-Eisenbahn-Gesellschaft"
01.01.1887 Übernahme der 1885 eröffneten Pferde-Eisenbahn der Gemeinde Rixdorf
01.01.1888 Übernahme der Pferde-Eisenbahn der Gemeinde Mariendorf
01.08.1891 Übernahme der Pferde-Eisenbahn der Gemeinde Bitz
01.06.1892 Übernahme der Pferde-Eisenbahn der Gemeinde Niederschönhausen
01.02.1894 Übernahme der Verwaltung der 1876 gegründeten "Neuen Berliner Pferdebahn-Gesellschaft"
1896 Bild: Netz um 1896, City-Netz um 1896
25.01.1898 aus "Grosser Berliner Pferde-Eisenbahn" wird die "Grosse Berliner Strassenbahn"
01.01.1900 Übernahme der "Neuen Berliner Pferdebahn-Gesellschaft"
1913 Bild: Netz um 1913 außen, Netz um 1913 City West, Netz um 1913 City Ost
15.05.1919 Verschmelzung der "Grossen Berliner Strassenbahn" mit "Berlin-Charlottenburger Strassenbahn", "Westlicher Berliner Vorortbahn", "Südlicher Berliner Vorortbahn" und "Nordöstlicher Berliner Vorortbahn"
15.07.1919 Zweckverband Gross-Berlin kauft "Grosse Berliner Strassenbahn"
01.05.1920 Übernahme der "Berliner Ostbahnen"
01.10.1920 Gross-Berlin wird geschaffen, daher Übernahme der Strassenbahnen von Heiligensee und Cöpenick
08.12.1920 Übernahme der "Städtischen Strassenbahnen Spandau"
13.12.1920 "Grosse Berliner Strassenbahn" geht in der "Berliner Strassenbahn" auf
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Städtische Strassenbahnen Berlin
18.10.1900 Stadtverordnete beschliessen eigenen Strassenbahnbetrieb
01.07.1908 Eröffnung der ersten beiden Linien
01.01.1910 Kauf der am 01.10.1901 eröffneten Strecke Warschauer Brücke - Central-Viehhof der Hochbahngesellschaft

1917

Bild: Netz um 1917
13.12.1920 "Städtische Strassenbahnen Berlin" geht in der "Berliner Strassenbahn" auf
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Berliner Strassenbahn
13.12.1920 Gründung der "Berliner Strassenbahn"
aus "BESTAG", "Grosse Berliner Strassenbahn", "Städtische Strassenbahnen Berlin"
16.04.1921 Übernahme der Teltower Kreisbahnen, der Strassenbahn der Gemeinde Steglitz
08.09.1923 letzter Betriebstag, Umwandlung am 10.09.1923 in die "Berliner Strassenbahn Betriebs-GmbH"
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Berliner Strassenbahn Betriebs-GmbH
10.09.1923 Betriebsaufnahme

1923

Bild: Netz am 10.09.1923, City-Netz am 10.09.1923
01.03.1925 Übernahme der Berliner Verkehrs-GmbH
15.03.1927 20-Pfenning Einheitstarif eingeführt
01.04.1928 Übernahme der Strassenbahn Warschauer Brücke - Lichtenberg
01.01.1929 "Berliner Strassenbahn Betriebs-GmbH" geht in der BVG auf
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BVG
01.01.1929 Gründung der BVG als Berliner Verkehrs-Aktiengesellschaft
15.02.1930 Umstellung der Schmalspurstrecken im Südwesten abgeschlossen

1930

Bild: Netz um 1930, City-West-Netz um 1930, City-Ost-Netz um 1930
01.09.1933 10-Pfenning Einheitstarif eingeführt
01.01.1938 Umwandlung der BVG in einen städtischen Eigenbetrieb "Berliner Verkehrs-Betriebe"
01.04.1941 Einführung eines umfangreichen Nachtbetriebes wegn des Krieges
22.04.1945 letzter Betriebstag vor Kriegsende
20.05.1945 erster Betriebstag nach Kriegsende
24.06.1948 Einschränkungen wegen der Blockade
12.05.1949 Blockade-Einschräkungen aufgehoben

1949

Bild: Netz am 31.07.1949,City-Netz am 31.07.1949
01.08.1949 Spaltung der BVG in BVG (West) und BVG (Ost) / BVB
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BVG (West)
14.10.1950 keine Linien mehr ins Umland
16.01.1953 keine Linien mehr über die Sektorengrenzen in Berlin
Juli 1954 Auflösung des Netzes beginnt, nach dem ein bewilligter Kredit aus verschiedenen Gründen nur für den Kauf von Omnibussen verwendet wird (geplant waren 40 Grossraum- Strassenbahnwagen und nur 20 Omnibusse)
02.10.1967 Einstellung der letzten Linie: Zoo - Hakenfelde
16.03.1973 Museumsbetrieb auf der stillgelegten Hochbahnstrecke Bülowstr. - Nollendorfplatz aufgenommen
15.04.1991 Museumsbetrieb auf der stillgelegten Hochbahnstrecke Bülowstr. - Nollendorfplatz beendet, um die U-Bahn wieder aufzubauen
01.01.1992 Vereinigung BVG - BVB
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BVG (Ost) / BVB
19.03.1951 Strassenbahn wird im Zentrum zurückgezogen - autogerechte Stadt
16.01.1953 keine Linien mehr über die Sektorengrenzen in Berlin

1965

Bild: Netz um 1965
02.01.1967 letzte Strassenbahn über den Alexanderplatz
01.01.1969 BVG (Ost) wird "VEB Kombinat Berliner Verkehrsbetriebe (BVB)"
24.08.1970 letzte Strassenbahn in der Leipziger Strasse
14.07.1973 Stillegung der Strassenbahnen in Treptow
02.11.1975 letzte Strassenbahn in der Strasse Alt-Friedrichsfelde
06.04.1979 erste Neubaustrecke in die neuen Wohngebiete entsteht (siehe auch Tabelle Strassenbahn- Neubaustrecken)
Februar 1982 Güterverkehr wiederaufgenommen (zur Kraftstoffeinsparung), blieb bis April 1990 bestehen

1982

Bild: Netz um 1982, City-Netz um 1982
01.01.1992 Vereinigung BVG - BVB
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wieder BVG
01.01.1994 aus dem Eigenbetrieb von Berlin "Berliner Verkehrs-Betriebe" (BVG) wird die Anstalt öffentlichen Rechts "Berliner Verkehrsbetriebe" (BVG)
14.10.1995 erste Neubaustrecke im ehemaligen Westteil Berlins in der Bornholmer Str. eröffnet, bis Louise-Schröder-Platz
25.10.1997 Strassenbahn fährt wieder von (U-Bf. Osloer Str -) Louise-Schröder-Platz bis Virchowklinikum
20.12.1997 Verlängerung der Strassenbahn zum S-Bf. Friedrichstr.
18.12.1998 die Strassenbahn fährt wieder über den Alex
28.05.2000 Straßenbahnstrecke zum S+U-Bf. Warschauer Str. eröffnet
29.09.2000 Straßenbahn fährt von Buchholz Kirche nach Buchholz West, Guyotstr.
28.05.2006 Straßenbahn fährt von der Eberswalder Str. durch die Bernauer Str. zum Nordbahnhof. Die Weiterführung zum Hauptbahnhof soll 2009 folgen.

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Am Gründungstag der BVG betrieb diese 89 Straßenbahnlinien und ein Netz mit 634 km Streckenlänge, besaß 4000 Straßenbahnfahrzeuge und beschäftigte 14.400 Personen allein bei der Straßenbahn. Die Straßenbahn leistete 170 Millionen Wagenkilometer pro Jahr und beförderte 1929 929 Millionen Fahrgäste. Ende diesen Jahres gab es bereits 93 Straßenbahnlinien.

Anfang der 30er Jahre begann langsam der Abstieg des riesigen Berliner Straßenbahnnetzes. Nachdem 1930 bereits die historische, erste elektrische Straßenbahnstrecke in Lichterfelde stillgelegt wurde, folgte am 31. Oktober 1934 die älteste Straßenbahnlinie Deutschlands: die Charlottenburger Chaussee (heute Straße des 17. Juni) wurde von den Stadtplanern der Nazis zur monumentalen Ost-West-Achse umgebaut, die Straßenbahn musste weichen. 1938 gab es noch 71 Straßenbahnlinien, 2800 Fahrzeuge und rund 12.500 Beschäftigte. Das Omnibusnetz wurde dagegen konsequent erweitert, seit 1933 gab es in Berlin außerdem Oberleitungsbusse.

Während des 2. Weltkriegs wurden zur Einsparung von Mineralöl einige Verkehrsaufgaben von Omnibus und Lastkraftwagen auf die Straßenbahn (zurück-)verlagert, unter anderem wurde ein umfangreicher Güterverkehr eingerichtet; viele Unternehmen und einige Häfen erhielten einen Gleisanschluss an die Straßenbahn. Durch Luftangriffe (ab März 1943), Personal- und Strommangel gingen die Fahrleistungen der Straßenbahn im Verlauf des Krieges immer weiter zurück, bis der Betrieb während des Endkampfs um Berlin am 23. April 1945 völlig zusammenbrach.
 Die Straßenbahn seit 1945

Trotz immenser Zerstörungen an Strecken, Fahrzeugen und Betriebshöfen verkehrten am 20. Mai 1945 bereits wieder Straßenbahnlinien in Berliner Außenbezirken, bis Ende 1945 konnten 328 km Straßenbahnstrecke wiedereröffnet werden. Die BVG wurde in Folge der politischen Spaltung Berlins am 1. August 1949 geteilt. Es entstanden zwei getrennte Unternehmen, die BVG-West in den drei Westsektoren (36 Straßenbahnlinien) und die BVG-Ost (13 Linien), ab 1969 VEB Kombinat Berliner Verkehrsbetriebe (BVB) im sowjetischen Sektor. Am 14. Oktober 1950 wurden die Straßenbahnlinien von West-Berlin ins brandenburgische Umland (nach Kleinmachnow und Schönefeld), am 15. Januar 1953 die Linien über die innerstädtische Sektorengrenze eingestellt. Anlass für letzteres Ereignis war die Tatsache, dass die BVG-Ost Frauen als Fahrerinnen einsetzte, was man im Westen als Provokation ansah und den gemeinsamen Linienbetrieb aufkündigte. Die Linien der einen Stadthälfte endeten nunmehr an der Grenze, die Fahrgäste überquerten diese zu Fuß und fuhren mit der gleichnamigen Linie der anderen Stadthälfte (und demselben Fahrschein) weiter.
 West Berlin
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 Ost Berlin

Mit der Gründung zweier deutscher Staaten gab es große Probleme mit der Wartung der Züge, da sich die Hauptwerkstatt Straßenbahn in der West-Berliner Müllerstraße befand und so nicht angefahren werden konnte, beziehungsweise eine Wartung dort nicht gewünscht war. Vorerst übernahmen zahlreiche Kleinbetriebe und die staatlichen Betriebe des Lokomotiv- und Waggonsbau (LOWA) die nötigen Hauptuntersuchungen und Reparaturen. Ab 1954 übernahm das Reichsbahnausbessungswerk (RAW) Schöneweide diese Aufgaben. Damit war das Reichsbahnausbessungswerk sowohl für die S-Bahn als auch für U-Bahn und Straßenbahn zuständig.

Auch im Ostteil der Stadt mussten zahlreiche Straßenbahnstrecken der autoorientierten Verkehrsplanung der 50er und 60er Jahre weichen, vor allem in den Bezirken Mitte und Treptow. 1967 wurden etwa, mit Fertigstellung der Neubebauung am Alexanderplatz, die Linien durch das Zentrum Ost-Berlins stillgelegt. Angeblich enstanden aufgrund der vielen Unfälle und Straßenbahnverspätungen ein volkswirtschaftlicher Schaden von 2,5 Millionen Mark. Auch danach gab es noch Stilllegungen, unter anderem in der Baumschulenstraße und in der Leipziger Straße.

Ende der 70er Jahre wendete sich jedoch das Schicksal der Berliner Straßenbahn, denn um die neue enstandenen Großsiedlungen, wie Marzahn, später Hohenschönhausen und zuletzt Hellersdorf, zu erschließen, wurden viele verschiedene Straßenbahnstrecken gebaut, denn die S-Bahn reichte dort als Schnellbahn nicht aus. Teilweise sind diese neuen Strecken bereits vor der Fertigstellung der Siedlungen entstanden, sodass sogar die Bauarbeiter mit der Straßenbahn zur Baustelle fahren konnten. Bei der Errichtung dieser Strecken achtete man auf die Geschwindigkeit und Integration in das Stadtbild, und so erhielten die neuen Strecken zum Großteil einen vom Straßenverkehr unabhängigen Gleiskörper mit Rasengleis.

Auch energiepolitische Gründe spielte eine Rolle. Bekam die DDR zuvor noch Erdöl aus der Sowjetunion zum Vorzugspreis, war dies nach der Erdölkrise nicht mehr möglich und so bekam die durch heimische Energieträger (Braunkohle-Verstromung) angetriebene Straßenbahn, wie auch in vielen anderen Städten der DDR, die wichtigste Rolle im innerstädtischen Verkehr. Dennoch kam es nicht zu einer Wiedereinführung der Straßenbahn im Ost-Berliner Zentrum, hier wurden die Fahrgastströme durch die U-Bahnlinie A (heute Teil der Linie U2) und der S-Bahn aufgefangen.
 Die Straßenbahn nach der Wiedervereinigung

Im Jahr 1992 wurden BVG (West) und BVB (Ost) wieder zur BVG vereinigt, das Unternehmen nannte sich nun Berliner Verkehrsbetriebe. Neben Bus- und U-Bahnlinien betrieb die neue BVG nun auch die nur in den Ostbezirken verkehrende Straßenbahn. Es gab einige kritische Stimmen gegen die Straßenbahn, saßen doch die Beamten, die die Straßenbahn in West-Berlin abgeschafft hatten immer noch in den Cheftetagen. Vor allem gab es Überlegungen, das Pankower Straßenbahnnetz stillzulegen, da einerseits die Straßenbahnen in der Schönhauser Allee parallel zur U-Bahnlinie U2 fahren und andererseits weil der Streckenast nach Rosenthal nicht ausgelastet war. Dies war jedoch, auch im Hinblick auf den Bau vieler neuer Straßenbahnnetze in Europa, kaum durchzusetzen und so präsentierte bald darauf der zuständige Senator für Verkehr, der CDU-Politiker Herwig Haase, Pläne für die Reaktivierung der Straßenbahn in West-Berlin. Eine neue Strecke sollte von der Warschauer Straße zum Hermannplatz führen, ebenso sollte die Straßenbahn von der Björnsonstraße die Seestraße weiter entlang fahren. Ebenso war es angedacht, Strecken durch die Leipziger Straße zum Potsdamer Platz zu bauen, ebenso wie eine isolierte Straßenbahnlinie in Spandau.

1995 wurde die erste und bisher einzige Strecke in drei Etappen Richtung Westen eröffnet, das Rudolf-Virchow-Klinikum, die Osloer Straße und die Müllerstraße, die alle im Bezirk Wedding liegen, sind seitdem wieder an das Straßenbahnnetz angeschlossen. Seit 1997 hält die Straßenbahn wieder direkt am Bahnhof Friedrichstraße. Zuvor war ein langer Fußweg zurückzulegen, um zu dem in der gleichen Zeit sanierten Bahnhof zu kommen. Seitdem halten die Straßenbahnen in der neu angelegten Wendeschleife „Am Kupfergraben“ in der Nähe der Humboldt-Universität und der Museumsinsel. Im Jahr darauf folgte die Wiedereröffnung der Straßenbahn am Alexanderplatz. Diese fährt nun direkt über den Platz und hält sowohl einmal am U-Bahnhof der U2 und einmal am Bahnhofsgebäude der Regional- und S-Bahn, wo auch ein direkter Übergang zur U8 besteht. Kritiker befürchteten vermehrt Personenunfälle, da die Straßenbahn direkt durch eine Fußgängerzone fährt. Dies bewahrheitete sich jedoch nicht.

Im Jahr 2000 wurden die Straßenbahngleise vom S-Bahnhof Warschauer Straße direkt bis an den U-Bahnhof verlängert. Da hier jedoch kein Platz für eine Wendeschleife bestand, beschloss die BVG hier ein stumpfendendes Gleis einzurichten. Dafür wurden extra Zweirichtungsfahrzeuge beschafft. Die Gleise, die auf der Oberbaumbrücke bereits 1995 verlegt worden sind, bleiben jedoch bis heute ungenutzt, da eine Verlängerung der Straßenbahn bis zum Hermannplatz derzeit finanziell nicht realisierbar erscheint. Seit dem gleichen Jahr fährt die Straßenbahn im Pankower Netz nun nicht mehr nur bis Französisch Buchholz Kirche, sondern noch weiter bis zur Guyotstraße. Mit dieser Verlängerung, vom Berliner Fahrgastverband IGEB „Wiesenbahn“ genannt, erhielt auch die dortigen Neubaugebiete mit Einfamilienhäusern einen Bahnanschluss. Dennoch werden wesentlich weniger Neueröffnungen und Reaktivierungen von Straßenbahnstrecken realisiert, da sich Berlin in einer extremen Haushaltsnotlage befindet. Heute befördert die Berliner Straßenbahn pro Jahr um die 160 Millionen Fahrgäste.
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 Zukunft

Nachdem in den Neunziger Jahren eine wahre Straßenbahneuphorie herrschte, trat später eine Ernüchterung ein. Dies beruhte vor allem darauf, dass viele Strecken aufgrund der extremen Haushaltsnotlage Berlins entweder nur sehr langsam oder gar nicht realisiert werden können. Auch denkt man bei der BVG offen über Streckenstilllegungen nach, wie zum Beispiel die Strecke der M1 zur Schillerstraße. Dies äußerte jedenfalls Betriebsvorstand Thomas Necker, der ebenfalls mit der Aussage „Im Westen hätte es auch gut ohne Straßenbahn geklappt” große Empörung unter den Fahrgastverbänden auslöste. Dennoch hat die Straßenbahn zukünftig in Berlin eine größere Ausbauchance als die U-Bahn, da sie wesentlich kostengünstiger zu errichten ist.

Derzeit finden gerade Bauarbeiten beziehungsweise Vorbereitungsarbeiten an zwei Projekten statt: Bis 2006 soll die Straßenbahnlinie M10 von der Eberswalder Straße durch die Bernauer Straße bis zum Nordbahnhof weiter verlängert werden, wo diese stumpf, ohne Anschluss an das restliche Netz, enden soll. Aufgrund einiger Planungsfehler unter dem Senator Peter Strieder, beschloss die neue Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer die Fortführung der Straßenbahn bis zum Lehrter Bahnhof zu verschieben, um die Pläne noch einmal zu verbessern. Unter anderem war es geplant, teilweise die Bürgersteige ganz aufzugeben, außerdem sollte eine große Anzahl von Bäumen gefällt werden. Daher muss ein neues Planfeststellungsverfahren eingeleitet werden und so kann erst 2008 die Straßenbahn bis zum Lehrter Bahnhof fahren.

Aufgrund der frei gewordenen Mittel beschloss die Stadtentwicklungssenatorin ebenfalls die im Jahr 2003 von ihrem Vorgänger Peter Strieder unterbrochenen Bauarbeiten an dem Lückenschluss zwischen Prenzlauer Tor und Alexanderplatz über die Karl-Liebknecht-Straße wieder aufzunehmen. Vorher war es geplant, dass diese erst 2008 fahren sollte, doch auch durch die nicht benötigten Baukapazitäten kann die Eröffnung um ein halbes Jahr vorgeschoben werden. Die Verbindung, die zukünftig von der M2 befahren wird, soll laut BVG-Angaben täglich 20.000 neue Fahrgäste sowie 450.000 Euro Zusatzeinnahmen bringen. Neben diesen zwei Projekten gibt es noch zahlreiche andere Planungen, die vor allem Straßenbahnstrecken in den Westteil der Stadt beinhalten. Dazu gehört unter anderem eine Verlängerung der Tramlinie M10 von der Warschauer Straße bis zum Hermannplatz. Bereits 1993 wurden dafür Vorleistungen auf der Oberbaumbrücke erbracht – bis heute liegen dort ungenutzt Straßenbahngleise. Die Linie soll geradeaus durch die Falckensteinstraße, dann direkt durch den Görlitzer Park, dann weiter über Glogauer und Panierstraße am Hermannplatz enden. Damit würden auch die Einwohner Neuköllns und Kreuzbergs näher an den Berliner Osten heranrücken. Längerfristig soll hier die Straßenbahn über Hasenheide, Hallesches Tor und Lehrter Bahnhof wieder den „Kleinen Ring“ bilden, so wie es ihn schon vor 1953 gab.

Ebenfalls zu den angestrebten Straßenbahnstrecken gehört eine Linie durch die Leipziger Straße über Potsdamer Platz zum Kulturforum. Bereits im Jahr 2000 wurden erste Gleise in der Leipziger Straße verlegt. Jedoch protestierten der ansässige Bundesrat sowie der DaimlerCrysler-Konzern vehement gegen die Straßenbahn. Beide befürchteten erhebliche Verkehrsprobleme auf der stark belasteten Straße. Die Straßenbahnlinie soll am Berliner Rathaus beginnen, wo auch eine Verbindung zum Restnetz bestünde. Weiterhin ist es geplant die Linie 63 von der Haeckelstraße in Schöneweide bis zum Zwickauer Damm in Rudow zu verlängern. Hierfür soll die Straßenbahn durch den Sterndamm und die Stubenrauchstraße fahren. Durch diese würden vor allem die Wohngebiete um den Zwickauer Damm und den Eisenhutweg an das S-Bahnnetz angeschlossen. Für diese Strecke wurde bereits beim Bau der Hermann-Gladenbeck-Brücke über die A113 2004 genug Platz für die die zukünfitgen Straßenbahngleise gelassen. Laut Stadtentwicklungsplan soll die Straßenbahn, wenn das obere Finanzszenario eintritt, bis 2015 gebaut werden. Sollte sich die Finanzlage des Landes Berlin jedoch nicht wie gewünscht entwickeln, ist bis spätestens 2030 eine Realisierung zu erwarten.
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Der  BVG-Zahlenspiegel 2004 (Stand 31.12.2003)
Strukturdaten

Stand  31.12. 2003

Stand  31.12. 2002
     
Fläche Berlins 892 km2 891 km2
Einwohner Berlins 3,39 Mio 3,39 Mio
 
Fahrgastfahrten Stand 31.12. 2003* Stand  31.12. 2002
     
Fahrgastfahrten in  Mio(UBF**) 890,3* 799,0*
 
Betriebszweig-Fahrgastfahrten** in Mio Stand 31.12. 2003* Stand  31.12. 2002
Gesamt BVG 1.013,3* 903,0*
- davon U-Bahn 457,9* 399,2*
- davon Straßenbahn 157,0* 142,5*
- davon Omnibus einschl. Fähren 398,4* 361,3*
     
Verkehrsnetz Straßenbahn Stand 31.12. 2003 Stand  31.12. 2002
 
Linienanzahl Tag - Nacht 27 - 5 28 - 5
Streckenlänge (km) Tag - Nacht 187,7 - 57,2 187,7 – 57,2
- davon Strecke auf besonderem Bahnkörper (km) 108 108
Linienlänge (km) Tag - Nacht 362,6 - 59,7 370,4 – 59,9
Haltestellen Tag - Nacht 377 - 110 375 - 110
Richtungshaltestellen Tag - Nacht 789 - 224 789 - 224
mittlerer Haltestellenabstand (km) 0, 461 0,461
mittlere Beförderungsgeschwindigkeit (km/h) 19,4 19,6
 
Fahrzeuge Straßenbahn Stand 31.12. 2003 Stand  31.12. 2002
 
Fahrzeuge gesamt 602 599
- davon Tatra-Triebwagen 388 388
- davon Beiwagen 64 64
- davon Niederflurfahrzeuge
  Einrichtungswagen
105 105
- davon Niederflurfahrzeuge
  Zweirichtungswagen

45
 

42
 
Personal Stand 31.12. 2003 Stand  31.12. 2002
 
Gesamt 12878 13409
- davon Arbeiter 9234 9690
- davon Angestellte 3222 3250
- davon Auszubildende 422 469
     
Betriebsanlagen Stand 31.12. 2003 Stand  31.12. 2002
 
Betriebswerkstätten gesamt 16 17
- davon U-Bahn 3 4
- davon Straßenbahn Schwerpunktwerkstätten 2 2
- davon Straßenbahn Servicebereiche 4 4
- davon Omnibus 7 7
     
Betriebshöfe 12 12
- davon Straßenbahn 5 5
- davon Omnibus 7 7
Hauptwerkstätten U-Bahn 2 2
     
Werkstatt für U-Bahn-Betriebsfahrzeuge 1 1
Zentralwerkstatt 1      1
     
Vertriebsorganisation Stand 31.12.2003 Stand  31.12. 2002
Service-Schalter, Servicepunkte 23  
Reisemärkte 60  
Private Vertriebsagenturen 620  
Hotelagenturen 188  
Personalbediente Verkaufssysteme (PVS) 772  
Verkaufsautomaten und Fahrscheindrucker 3649 3883
Fahrscheinentwerter 6309 6423
*vorläufige Daten
**Häufig erreicht uns die Frage, wofür die Begriffe UBF (Unternehmensbeförderungsfall) und BBF (Betriebsbeförderungsfall) stehen.
Ein Beispiel für die unterschiedlichen Daten:
1 UBF ist eine Fahrgastfahrt im BVG-Netz von der Quelle zum Ziel ohne Berücksichtigung der bei dieser Fahrt genutzten Betriebszweige (U-Bahn, Tram, Omnibus).1 BBF ist die Fahrt bei nur einem Betriebszweig.
Benutzt der Fahrgast auf seiner Fahrt von der Quelle zum Ziel beispielsweise erst den Bus und dann die U-Bahn, so sind das 1 UBF und 2 BBF.

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